Präambel

Als zivilgesellschaftliche Organisation will der „ Club 3 Popoli“ Respekt, Verständnis und Kooperationen zwischen den Menschen der Regionen am Schnittpunkt des slawischen, romanischen und deutschen Kulturraums fördern.

Durch die Europäische Union sind die Grenzen gefallen. Zwischen ihren Mitgliedsländern besteht freier Personen-, Dienstleistungs-, Zahlungs-, Waren- und Kapitalverkehr.

Unsichtbare Barrieren beengen jedoch die Nachbarländer und behindern ihre freie Entfaltung:

Nationalistische Denk- und Verhaltensweisen, Kommunikationshemmnisse durch geringe Kenntnis der  Nachbarsprachen, mentale Bruchlinien zwischen Nord- Süd-Ost- West.

Die Überwindung solcher Hemmnisse setzt Energien frei und erzeugt Dynamik auf sozialem, politischem und ökonomischem Gebiet. Hierzu sind neue Sichtweisen und innovative Maßnahmen erforderlich, welche die  bestehenden integrativen Bemühungen beschleunigen und verstärken. Der daraus für den Einzelnen erwachsende ökonomische Nutzen ist evident.

1. Mehrsprachigkeit als Standard

Das Primat der Nationalsprachen und die geringe Akzeptanz der Nachbarsprachen haben zu Abgrenzungen, Vorurteilen und Gefühlen des Fremd- und Anders- Seins geführt. Die Verständigung über eine Drittsprache ist hilfreich, zu einem tieferen Verständnis der Nachbarn führt jedoch die Kenntnis von deren Sprachen. Die Einsprachigkeit war und ist die Ausnahme und entspringt nationalistischen Vorstellungen. Die Kenntnis einer Weltsprache und einer oder mehrerer Nachbarsprachen ist Zukunftsstandard.

Die Notwendigkeit, Sprachen zu erlernen, gilt für jedes Lebensalter zum Kennenlernen der Länder, deren Bewohner, Kulturen und Lebensweisen. Sprachkenntnisse führen zum Abbau von Vorurteilen und Aggressionen, eröffnen
neue Möglichkeiten im beruflichen und privaten Bereich, vergrößern den Lebensraum und heben das Lebensgefühl.

 

Vorschläge und Postulate:

  • Vergleich der Sprachkenntnisse sowie des schulischen und außerschulischen Sprachunterrichts in den Alpen- Adria- Ländern
  • Landesweit mehrsprachige Kindergärten, obligatorischer Fremdsprachenunterricht (eine Weltsprache und eine oder mehrere Nachbarsprachen) in den Elementarschulen
  • Weiteres Schuljahr in den Elementarschulen zur Intensivierung des Fremdsprachenunterrichts
  • Förderung und Ausbau außerschulischer Sprachlernstätten für lebenslanges Lernen
  • Sprachurlaube bei den Nachbarn: Sprachangebote für Urlauber durch Fremdenverkehrsbetriebe und Tourismusorganisationen
  • Lokale Sprachentreffs: Konversationsrunden mit ortsansässigen native Speakern
  • Mehrsprachige Medien, Sprachlehrgänge in Print- und Onlinemedien, Rundfunk und Fernsehen
  • Kenntnis einer Welt- und einer Nachbarsprache (Niveaustufe B2 des Europäischen Referenzrahmens) als Voraussetzung für gehobene Positionen in der Verwaltung und die Übernahme politischer Funktionen und Mandate auf Landesebene
2. Befreiung von Nationalismen

Nationalistische Ideologien bilden die Basis für politische Manipulationen und beherrschen noch vielfach das Denken, Fühlen und Handeln. Sie sind durch Geisteshaltungen der Akzeptanz, des wechselseitigen Verstehens, der Gleichwertigkeit und des Bemühens um Konfliktlösung zu überwinden. Die Neugierde auf den Nachbarn soll die durch Nationalismen verursachte Einengung beseitigen.

Vermehrte Kenntnisse und Kontakte über die Grenzen vergrößern den Lebensraum und schaffen neben der heimatlichen Identität zusätzlich eine Alpen- Adria- Identität. Eine verständnisvolle Toleranz soll auch innerstaatlich nationalistisch geprägte Spannungsverhältnisse zwischen den Mehrheitsbevölkerungen und autochthonen
sowie durch Migration entstandenen Minderheiten und zwischen diesen untereinander lösen. Das Neben- und Gegeneinander hat einem respektvollen Mit-und Füreinander zu weichen.

 

Vorschläge und Postulate:

  • Darstellung des Stellenwertes der Nation und der länderinternen Sicht der historischen Abläufe durch überregionale Expertengremien: Publizierung in den Print und Onlinemedien, Rundfunk und Fernsehen, sowie in einer  Zusatzbroschüre zu den Schulbüchern
  • Schaffung eines aus Vertretern aller Alpen- Adria- Länder zusammengesetzten Weisenrates als Beschwerde- und Schlichtungsstelle für nationalistisches Verhalten privater und öffentlicher Stellen, sowie zum selbständigen Aufgreifen und Anprangern nationalistischer Tendenzen
  • Gemeinsame Sitzungen von Ausschüssen der Regionalparlamente zum Meinungsaustausch in länderübergreifenden Belangen, wie der Gesundheit, der Umwelt, des Verkehrs und der Bildung
  • Kooperationen zwischen Nachbargemeinden im Bereich von Ländergrenzen überschreitenden Agenden
  • Alpen- Adria- Tag der Begegnung: An einem Tag jeden Jahres, jährlich abwechselnd in einem anderen Land, an möglichst vielen Orten des jeweiligen Veranstalterlandes Informations-, Diskussions- , Sport- und Geselligkeitsveranstaltungen
  • Aktives und passives Wahlrecht jeweils nach einer Wohnsitzdauer von fünf Jahren zu den Gemeinderäten unabhängig von der Staatsangehörigkeit, sowie zu den Regional- und Staatsparlamenten für EU- Bürger
BEFREIUNG VON NATIONALISMEN – Resolution vom 8.5.2015
3. Verbindende Kultur

Die Lebenskulturen in den Alpen- Adria-Ländern sind geprägt von den drei großen europäischen Kulturräumen, der slawischen, der romanischen und der deutschen Kultur. Anders als bei den Sprachgrenzen sind die Übergänge nicht scharf, sondern fließend. Die Bevölkerungen haben sich den nationalen politischen Wandlungen gegenüber widerstandsfähig gezeigt, die Volkskulturen ähneln sich mehr, als äußere Erscheinungsbilder es vermuten lassen.

Die Teilnahme am kulturellen Leben in den Nachbarländern – sei es an Volks- oder an Hochkultur – ist Mittel der emotionalen Verständigung und schafft Gemeinschaftsgefühl.

 

Vorschläge und Postulate:

  • Vernetzung und Zusammenarbeit von Kulturvereinen, Kulturverbänden und kulturellen Dachorganisationen: Volkskultur, Literatur, Chor- und Orchestermusik,
    Instrumentalgruppen, bildende Künste
  • Koordinationsstelle zur Herausgabe eines Alpen- Adria- Kulturführers und periodischer Veranstaltungskalender nach Kulturgattungen
  • Vergleich der öffentlichen und privaten Kulturförderung in den Alpen- Adria- Ländern und ihre Veröffentlichung
  • Austausch von Musik- und Sprechtheater- Inszenierungen
  • Alpen- Adria- Kulturpass für Museen, Theater, Opern , Operetten, Musicals, Konzerte
  • Alpen- Adria- Kulturpreis für Werke auf dem Gebiet der Musik, bildenden Künste,Literatur, Fotografie
4. Horizonterweiternde Bildung

Der dynamische und ganzheitliche Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert. Dabei leisten die Schulen und weiterführenden Bildungseinrichtungen eine
zentrale Aufgabe.

Für die Bewohner der Alpen- Adria – Länder bedeutet Bildung das erfüllte Leben im
Schnittpunkt dreier Kulturen. Grundvoraussetzungen sind:

  • die Bereitschaft, ihre Sprachen zu erlernen
  • einen intensiven Kontakt zu ihren Menschen zu suchen.

 

Vorschläge und Postulate:

  • Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zwischen allen Bildungseinrichtungen in den Alpen- Adria- Ländern: Universitäten, Fachhochschulen, Mittelschulen, Elementarschulen, Kindergärten, Erwachsenenbildungsstätten
  • Ausrichtung der Lehrpläne auf die Nachbarländer: Geschichte, Landeskunde, Literatur
  • Herausgabe eines didaktischen Leitfadens für den überregionalen Unterricht
  • Konstituierung eines Alpen- Adria- Bildungs-Pools, in dem alle Aktivitäten im Bildungsbereich als Service- Stelle der Schulen und Bildungseinrichtungen gesammelt werden
  • Alpen- Adria- Tage an den Schulen, an welchen jeweils ein Nachbarland Partnerschulen oder NGO’s) in den Oberstufen
  • Schaffung eines Alpen- Adria- Stipendiums für den Besuch von Sommerschulen in den Nachbarländern
  • Obligatorisches Auslandssemester für Studenten der Universitäten und Fachhochschulen
  • Obligatorische Ausbildung von politischen Funktionären und Mandataren in überparteilichen Akademien
5. Überregionale Kommunikation

Regelmäßig kommuniziert wird zwischen Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten, in der Schule, im Beruf. In die Kommunikation nicht eingeschlossene Personen sind Fremde. Was fremd ist, wird abgelehnt, zwischen Fremden bestehen Barrieren und Vorurteile, die zu Aggressionen führen können.
Länder und Regionen, die nicht ausreichend kommunizieren, haben einseitige Vorstellungen voneinander und beurteilen sich wechselseitig nicht real. Mit der Unwissenheit und geistigen Enge korrespondieren die kulturellen und
ökonomischen Verkümmerungen. Freier Entfaltung und Wachstum fehlen die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen.

Vorschläge und Postulate:

  • Umfassendes und systematisches Kennenlernen sowie Meinungsaustausch zwischen beruflichen Vereinigungen, politischen Parteien, Kirchen, gemeinnützigen und karitativen Organisationen: Einrichtung diesbezüglicher Koordinationsbüros
  • Öffentliche Diskussionen zwischen Politikern und Wissenschaftlern über mentale und sonstige Barrieren zwischen Nachbarländern
  • Überregionales Kommunikationsbüro zur Information, Organisation und Koordination von berufsspezifischen (z. B. Pädagogen, Verwaltungsbeamte, Journalisten) und themenbezogenen (z. B. Umwelt, Migration) Tagungen
  • Gesprächsforen zwischen ethnischen bezw. sprachlichen Minderheiten und Mehrheitsbevölkerungen sowie den Minderheiten untereinander
  • Periodische Medienberichte aus den Nachbarländern: Kultur, Sport, Ökologie, Politik, Wirtschaft
  • Mehrsprachige Homepages der Länder, Gemeinden, Kammern, sonstigen beruflichen Interessenvereinigungen
  • Familien- und Berufstandems: Ein Netz von Freundschaften über die Sprachgrenzen hinweg
6. Kooperatives Wirtschaften

Die Wirtschaft schafft nicht nur die Lebensbasis; sondern wirkt auch völkerverbindend durch gemeinsame Ziele und Interessen. Geopolitische Randlagen erfordern gemeinsame Strategien und das Zusammenwirken der Nachbarn, um gegebene Nachteile zu beseitigen. Hierbei gilt es: Stärken zu bündeln, Synergien zu nutzen, persönliche Differenzen abzubauen, Wissen auszutauschen, arbeitsteilig zu produzieren, gemeinsam neue Märkte zu erschließen, Marketing- und Vertriebsnetze gemeinsam zu nutzen.
Mentale Barrieren sind im Unternehmensbereich in der Regel gering ausgeprägt, durch die Politik geschaffene Barrieren sollten analysiert und überwunden werden.

 

Vorschläge und Postulate:

  • Alpen- Adria- Abteilungen in den Wirtschaftskammern als Informations-, Koordinations- und Schlichtungsstelle, sowie für die Organisation von Seminaren, Vortragsreihen und Kursen
  • Wechselseitige Vergesellschaftungen zwischen Unternehmen der Nachbarländer gleicher oder verwandter Branche sowie innerhalb der Produktionskette (von der Rohstoffgewinnung bis zum Marketing – vertikale  Unternehmensintegration)
  • Alpen- Adria- Preis für interregionale Innovations- und Gewerbekooperationen
  • Länderübergreifende Energie-, Verkehrs- und Umweltkonzepte
  • Best- Practice Berichte durch die Medien über erfolgreiche Wirtschaftskooperationen
  • Berufspraktika sowie ergänzende Lehrlings- und Facharbeiterausbildung in Betrieben der Nachbarländer
  • Länderübergreifende Arbeitsvermittlung
  • Zusammenarbeit der Gewerkschaften: Arbeitsrechtliche- und Sicherheits- Standards

Inhaltliches:

Charta

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Früher Erwerb von Sprachen: Pro und Kontra

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BEFREIUNG VON NATIONALISMEN - Resolution vom 8.5.2015

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Krumpendorfer Erklärung - 2. September 2017

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Formales:

Statuten

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Protokoll der Generalversammlung (18.03.2015)

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